Die Oberstufe: Zeit des Denkens und Urteilens
Bis zur 8. Klasse ist die Waldorfschulzeit geprägt vor allem
durch die liebevolle Autorität des Klassenlehrers. In der
Oberstufe, also mit der 9. Klasse, treten an dessen Stelle nun die
Fachlehrer, Spezialisten ihres Sachgebiets. Für die jungen
Menschen geht es nun vor allem anderen darum, in der Bearbeitung der
immer anspruchsvoller werdenden Unterrichtsstoffe das klare
unvoreingenommene Denken und selbstständige Urteilen zu
üben.
Was in den unteren Klassen in allen Fächern bildhaft angelegt
worden ist, greifen die Oberstufenlehrer jetzt ob in den
Fächern Deutsch, Geschichte, Mathematik oder den Naturwissenschaften - in einer
neuen begrifflichen und wissenschaftlichen Form auf. Neben Musik, Werken, Handarbeit und Eurythmie tritt jetzt
auch ein spezieller Kunstunterricht. Vor allem aber
ist die Oberstufenzeit geprägt durch eine Vielzahl von
Begegnungen mit der realen Arbeitswelt. Die Freie Waldorfschule
Neumünster legt hier mit ihrem Praktikumskonzept einen
deutlichen Schwerpunkt.
Die 12-jährige Waldorfschulzeit rundet sich mit dem Waldorfschulabschluss, in dessen
Zentrum eine praktisch-theoretisch angelegte Jahresarbeit steht.
Gleichberechtigt daneben stehen die verschiedenen Praktika, ein
anspruchsvolles Theaterprojekt, eine
arbeitsintensive Kunststudienreise und ein Eurythmieabschluss. Dem
Waldorfschulabschluss geht es nicht um den Nachweis eines bestimmten
Faktenwissens, sondern um so wichtige
"Schlüssel-Qualifikationen" wie Teamfähigkeit,
Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen und
Kreativität.
Parallel zum Waldorschulabschluss können
selbstverständlich auch alle staatlichen Abschlüsse erreicht
werden: Das kann am Ende der 12. Klasse der Realschulabschluss sein oder nach
einem "angehängten" 13. Schuljahr das Abitur oder die Fachhochschulreife.
>> weiter zum Praktikumskonzept
>> zurück zur Klassenlehrerzeit
