Abschlüsse an der Waldorfschule
Der Waldorfschulabschluss steht am Ende der 12. Klasse, zieht sich aber als
ein Prozess durch die gesamte Oberstufe hindurch und umfasst neben einer
abschließenden Bewertung der gesamten schulischen Leistungen, die Praktika, eine
Jahresarbeit, das Klassenspiel, den Eurythmieabschluss und die Kunstreise.
Obwohl der Waldorfschulabschluss staatlich nicht anerkannt ist, hat er
dennoch nicht nur persönliche Bedeutung für Lehrer, Schüler und Eltern. Da vor
allem soziale Kompetenzen (Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen,
Kreativität usw.) unter Beweis zu stellen sind, ist der - ausführlich
dokumentierte - Waldorfschulabschluss gerade in der heutigen Zeit, in der es
immer weniger auf reines Faktenwissen ankommt, sondern auf kompetentes Umgehen
damit, im Grunde viel aussagekräftiger als das übliche Notenzeugnis und wird von
künftigen Arbeitgebern oder weiterführenden Bildungseinrichtungen auch durchaus
als solches anerkannt.
>> Der Hauptschulabschluss
Da alle
Waldorfschüler ihre Schule prinzipiell bis zur 12. Klasse besuchen, kommt es auf
den Zeitpunkt für den Hauptschulabschluss nicht so an. An der Freien
Waldorfschule Neumünster kann jeder Schüler auf Antrag in der 10. Klasse den
Hauptschulabschluss erwerben - unabhängig davon, dass die Waldorfschulzeit auf
12 Jahre konzipiert und auch erst dann in sich abgeschlossen
ist.
>> Der Realschulabschluss
Der Realschulabschluss wird
parallel zum Waldorfschulabschluss am Ende der 12. Klasse gemacht, also deutlich
später als an einer staatlichen Realschule. Hintergrund ist, dass unabhängig vom
angestrebten staatlichen Schulabschluss eine 12-jährige Schulzeit für die
Erreichung der pädagogischen Ziele einer Waldorfschule unverzichtbar ist. Erst
dann runden sich die vermittelten Unterrichtsinhalte, erst dann ist die
angestrebte Persönlichkeitsentwicklung weitgehend abgeschlossen.
Der
praktische Vorteil dieses Vorgehens liegt darin, dass durch den späteren Termin
des Realschulabschlusses an einer Waldorfschule auch Schüler, die in bestimmten
Leistungsbereichen sich etwas langsamer entwickeln, eine bessere Chance auf
einen (guten) Realschulabschluss haben.
>> Das Abitur und die
Fachhochschulreife
Abitur und Fachhochschulreife können im Rahmen der
12-jährigen Waldorfschulzeit nicht erworben werden. Deshalb bieten alle
Waldorfschulen ein zusätzliches 13. Schuljahr an, in dem alle Schüler, die das
Abitur oder die Fachhochschulreife anstreben, gezielt auf die entsprechenden
Prüfungen vorbereitet werden.
Die Waldorfschule Neumünster führt diese
13. Klasse in Kooperation mit zwei anderen schleswig-holsteinischen
Waldorfschulen Kaltenkirchen und Itzehoe durch, was sich aus mehreren Gründen
bewährt hat: Die größere Zahl von Schülern erlaubt einen entsprechenden
Lehrereinsatz und damit ein weit umfangreicheres Angebot an Leistungskursen als
dies einer einzelnen Schule möglich wäre. Die Zusammenarbeit mit neuen Schüler-
und Lehrerpersönlichkeiten bringt neue Anregungen und Impulse.
Die Freie
Waldorfschule Neumünster existiert noch nicht so lange, dass schon
gesicherte
Aussagen über die jeweiligen Anteile der verschiedenen
Abschlüsse möglich wären. Eine Auswertung der letzten
Schuljahre hat ergeben, dass knapp 85% aller Schüler am Ende der
12. Klasse ihren Realschulabschluß bestehen. Etwa die
Hälfte der Schüler mit bestandenem Realschulabschluß
absolvieren dann im 13. Schuljahr erfolgreich das Abitur.

Weitere Informationen gibt es in einem Faltblatt (PDF) unserer Schule.
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