Rechnen (Klassenlehrerzeit)

Der Rechenunterricht der Waldorfschule greift in der ersten Klasse die schon vertraute Fähigkeit des Zählens auf. Durch Eintauchen in rhythmische Elemente wie etwa das Schreiten oder Klatschen werden die Zahlen nicht nur "kopfig" gedacht, sondern erlebbar gemacht. Zugleich tritt jetzt die Frage der Qualität des Zahlenbegriffs auf: Von der "1" als der Einheit ausgehend, werden alle anderen Zahlen entwickelt, die als Vielfalt in der Einheit enthalten sind (der Mensch als Einheit, zwei Arme, zwei Hände, fünf Finger usw.). Durch rhythmisches Üben und gedächtnismäßiges Aneignen werden schon früh die Einmaleins-Reihen bis zur 7 geübt.

Hinzu kommen Übungen im Kopfrechnen, die zu den vier Grundrechenarten und ihrer schriftlichen Darstellung führen. Schwerpunkt der zweiten Klasse ist die Zeit. Vom Alter eines Menschen ausgehend wird mit Jahren, Monaten, Wochentagen und Uhrzeiten gerechnet. In der 3. Klasse werden die schriftlichen Formen der vier Grundrechenarten vertieft, ergänzt durch das Kennenlernen der Maße. Auch hier ist wieder das eigene Erleben von z.B. Längenmaßen und Gewichten von entscheidender Bedeutung. In der vierten und fünften Klasse führt der Weg dann vom Bruchrechnen über die Prozentrechnung zum Umgang mit Dezimalbrüchen in der 6. Klasse. In der 7. Klasse liegt der Schwerpunkt auf dem Erarbeiten der Algebra und damit dem stärkeren, bewussten Erfassen von Gesetzmäßigkeiten in der Mathematik. Insgesamt sollen die Kinder durch innere Beweglichkeit ihre Phantasiekräfte im Lösen mathematischer Probleme stärken.