Mathematik (Oberstufe)
Der Kern mathematischer Aktivitäten ist die Lösung eines Problems. Dabei sind Phantasie, aber auch die Fähigkeit zur Schlussfolgerung gefragt. Für den Mathematikunterricht heißt das die Denkfähigkeit der Schüler und ihr Vertrauen in das eigene Denken zu entwickeln. Im 9. Schuljahr wird deshalb das neue Gebiet der Kombinatorik erobert, in dem das formale, logische Denken über das Gegebene hinausgreift, mit dem Ziel, den "allgemeinen Fall" beherrschen zu lernen. Auch die Gleichungslehre bietet durch überschaubare Lösungsgänge ein gutes formales Übungsfeld. Dem zur Seite stehen periodische Rechenverfahren, sowie Flächen- und Körperberechnungen. Im 10. Schuljahr soll der Schüler dann - wie Rudolf Steiner es ausdrückte - "von der Kenntnis zur Erkenntnis" geführt werden. In der Trigonometrie ist ein völlig neues Beziehungsgefüge zu entdecken, ebenso wie der Nutzen, der daraus zu ziehen ist. Dazu gehört das Feldmesspraktikum. Mit der Erarbeitung der Potenz- und Logarithmen-Rechnung werden die Rechenarten abgeschlossen. In der 11. Klasse werden Geometrie und Algebra in der "analytischen Geometrie" zusammengeführt: Geometrische Gebilde werden durch Gleichungen definiert. In der "projektiven Geometrie" dann werden diese Gesetzmäßigkeiten durch das Einbeziehen der "unendlich fernen Elemente" auf eine neue Ebene gehoben - die Unendlichkeit wird denkend erfasst. In der 12. Schulstufe geht der Mathematikunterricht mit dem Weg in die Differenzial-Rechnung aus dem rein Zahlenmäßigen heraus, ehe die Integralrechnung als polarer Rechenvorgang dann eine weitere Ebene der Erfassbarkeit der Welt aufzeigt.