Stimmt es, dass Waldorfschulen immer sehr große Klassen haben?

Es stimmt, dass Klassen an Waldorfschulen häufig recht groß sind. An der Freien Waldorfschule Neumünster ist das von Beginn an etwas anders gewesen. Unsere Klassen sollen nicht weniger als 28 Kinder haben und überschreiten nicht die Zahl von 32.

Denn: Ein zu kleiner Klassenverband wäre nicht im Sinne der Waldorfpädagogik. Nur eine gewisse Vielzahl unterschiedlicher Persönlichkeiten, Temperamente und Eigenschaften in einer Klasse führt dazu, dass sich über die 12-jährige Schulzeit eine soziale Gemeinschaft bildet, in der die Heranwachsenden in vielfältiger Weise voneinander lernen können.

In vielen Fächern wird die Klasse auch in Gruppen unterrichtet (z.B. in Sport, Handarbeit oder Werken, manchmal auch im Sprachunterricht). Außerdem bemühen sich die Lehrer sehr darum, dass Kinder, die in einem bestimmten Fach besonders begabt sind, ihren schwächeren Klassenkameraden helfen oder angepasste Spezialaufgaben lösen müssen. Wobei die Vielfalt der Fächer und die in der Klasse vorhandene Begabungsbreite dafür sorgen, dass jedes Kind seinen Bereich findet, in dem es Stärken zeigen und Selbstbewusstsein entwickeln kann.