Eine neue Idee: Kunstaktien für alle!
Große Kunst-Versteigerung in der Stadtsparkasse Neumünster
[wf] Die Emission von Aktien ist - jedenfalls
manchmal - auch im "wirklichen" Wirtschaftsleben ein Spektakel, mit
Presse, Sekt und vielen Gästen. Und zumindest ein wenig war das
auch so, als die Freie Waldorfschule Neumünster am 27. März
2002 in den Räumen der Stadtsparkasse Neumünster ihre neu
kreierten "Kunst-Aktien" an den Mann oder - wie sich später dann
herausstellen sollte - viel häufiger noch an die Frau brachte.
So wie Aktien eine Investition in die Zukunft eines Unternehmens sind,
sollten auch die Waldorf-Kunstaktien eine Zukunftsinvestition sein,
eine Investition in die Zukunft einer der Alternativen zum staatlichen
Schulsystem, von denen es - die PISA-Studie zeigt es - eigentlich noch
viel mehr geben sollte.
Die
"Kunstaktien" der Neumünsteraner Waldorfschule, das waren rund 60
Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht der letzten zwei Jahre,
die vom Auktionator Thomas Hölscher in den Wochen vor der
Ausstellung und Auktion durch geschmackvolle Rahmen und zum Teil auch
durch Beschneiden und Zusammenstellen in eine ausgesprochen dekorative
Form gebracht worden waren. Nachdem diese Kunstaktien zusammen mit
einer Reihe anderer Schülerarbeiten rund drei Wochen in der alten
Schalterhalle der Stadtsparkasse Neumünster ausgestellt waren,
kamen sie am letzten Ausstellungstag im Rahmen einer von der
Stadtsparkasse großzügig ausgestalteten "Finissage" unter
den Hammer.
Der Erlös der Auktion war und ist vorgesehen, um auch den letzten
Teil des Neubaus der Neumünsteraner Waldorfschule mit zu
finanzieren. Der Bau der Gebäude und der notwendigen
pädagogischen Einrichtungen ist zwar seit Langem gesichert, aber
der Zwang zur absoluten Sparsamkeit macht es im Rahmen eines so
großen Projekts doch nötig, die eine oder andere
pädagogisch sinnvolle Investition auf anderen als den
üblichen Wegen zu finanzieren - um so beispielsweise noch
verbliebene Lücken in der Ausstattung für den
künstlerischen Unterricht zu schließen. Die Rendite für
diese Investition wird also nicht nur in einer guten Zukunft für
die Neumünsteraner Waldorfschüler und -schülerinnen
liegen, sondern auch in dem beispielhaften Wirken eines
gesamtheitlich-pädagogischen Konzepts, das sich seit nunmehr
über 80 Jahren schon bewährt hat.
Kurz nach 20.00 Uhr fiel der Hammer des Auktionators zum ersten Mal und
rund eineinhalb Stunden später war ein Großteil der
Kunstaktien verkauft. Das Team um Ausstellungsorganisator Dr. Dirk
Meister, konnte aufatmen. Insgesamt wurden immerhin rund 2.500 Euro
eingenommen - und ein Vergnügen war es auch für alle
Beteiligten, an der von Thomas Hölscher lebendig und charmant
geleiteten Auktion teilzunehmen. Vor allem wenn einzelne Bilder
"amerikanisch" versteigert wurden, entbrannten regelrechte
Biet-"Gefechte". Und selbst die Bilder, die im ersten Durchgang nicht
gleich einen kaufkräftigen Interessenten gefunden hatten, wurden,
zum Teil jedenfalls, nach Ende der Auktion mit leichtem Preisnachlass
noch verkauft.
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