Ist die Waldorfschule nur etwas für speziell, z.B. musisch-künstlerisch besonders begabte Kinder?

Nein. Die Tatsache, dass an der Waldorfschule deutlich mehr musischer, künstlerischer und handwerklicher Unterricht gegeben wird als an staatlichen Schulen, hat allein etwas damit zu tun, dass diese Tätigkeiten auch das intellektuelle Lernen spürbar unterstützen und dass sie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit leisten. Wenn Waldorfschüler also malen, zeichnen, plastizieren, bildhauern, Metall treiben oder tischlern, wenn sie musizieren oder Eurythmie betreiben, dann geht es nicht allein um das Ergebnis, das am Ende dabei herauskommt, sondern vor allem um die Erfahrungen, die im künstlerischen oder handwerklichen Prozess gemacht werden.

So ist nicht nur nachgewiesen, dass z.B. Musik und Mathematik sich gegenseitig stark stützen, sondern im künstlerisch-handwerklichen Arbeitsprozess werden auch so wichtige Fähigkeiten gefördert wie Konzentration, Durchhaltevermögen, Verantwortlichkeit, aber auch Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und natürlich Kreativität - Fähigkeiten, die gerade in der modernen Arbeitswelt immer wichtiger werden.

Auch wenn es pädagogisch vor allem auf den Prozess ankommt, so wird also doch Leistung und Anstrengung in diesen Fächern verlangt. Die Anforderungen an die entstehenden Produkte sind individuell hoch, sonst würde die Arbeit pädagogisch wirkungslos bleiben. Beispiele für die Ergebnisse der künstlerischen Arbeit finden sich in unserer Bildergalerie.

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