Die Waldorfschulen nennen sich "freie" Schulen. Heißt das, dass die Kinder dort anti-autoritär erzogen werdem?

Wer das glaubt und wer das will, der wäre an der Waldorfschule ganz und gar falsch.

Vor allem der Klassenlehrer baut vom ersten Schultag an ein von liebevoller Autorität geprägtes Verhältnis zu seinen Schülern auf. Und diese persönliche Autorität wird in den folgenden Jahren sogar noch vertieft, ehe in der beginnenden Pubertät dann der notwendige Ablöseprozess beginnt.

In der Oberstufe tritt an die Stelle der liebevoll-persönlichen Autorität des Klassenlehrers die fachliche Autorität der Fachlehrer. Wobei es dann durchaus auch darum geht, in den letzten Jahren der Schulzeit zu einem zunehmend gleichberechtigten, eben erwachsenen Verhältnis zueinander zu finden.

Auch und gerade die Waldorfpädagogik geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche ihre Grenzen suchen. Und nur wenn sie diese Grenzen von den Erwachsenen erfahren, fühlen sie sich einerseits sicher und erleben sich andererseits als eigene Persönlichkeit. Deshalb ist es auch wichtig, dass Eltern dies wissen und berücksichtigen, denn vom schulischen Erziehungsstil vollkommen abweichendes Verhalten zuhause würde die pädagogische Arbeit der Lehrer beeinträchtigen, vielleicht sogar zunichte machen.

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