Kommt nicht die Vorbereitung auf die (staatlichen) Schulabschlüsse zu kurz, wenn es so viele Praktika und künstlerisch-handwerkliches Arbeiten gibt?
Man sollte sich nicht täuschen lassen: Auch
bei den staatlichen Abschlüssen kommt es in der Praxis sehr viel weniger auf
"vollständiges" Faktenwissen an als man gemeinhin annimmt. Für Erfolg oder
Misserfolg sind vielmehr ganz individuelle Fähigkeiten ausschlaggebend:
Selbstbewusstsein, konzentriertes Arbeiten, systematische Vorbereitung, Erkennen
des Wesentlichen, Improvisation - das ist letztlich entscheidend auch beim
Realschulabschluss oder Abitur.
Und diese Fähigkeiten werden durch
künstlerische und handwerkliche Arbeit, durch Theaterspiel und Projekte, durch
öffentliche Auftritte und Praktika an der Waldorfschule so intensiv geschult,
dass es nichts ausmachen würde, wenn der eine oder andere Wissenssplitter einmal
nicht da wäre. Tatsächlich jedoch ist dies nicht einmal der Fall, sondern der
Lehrplan der Waldorfschule bietet trotz der vielen zusätzlichen Fächer und
Aktivitäten die vollständige Palette des prüfungsrelevanten Wissens - und noch
viel mehr.
Dies bedeutet - zugegeben - in den oberen Klassen manchmal
eine große Belastung für die Schüler. Die Waldorfpädagogik hat jedoch dafür
gesorgt, dass sie über die dafür nötige Stärke auch wirklich
verfügen.
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